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Hintergrund

Foto von S. Börnecke
Rebhuhn-2 Foto von S. Börnecke Rebhuhn_1
Als ursprünglicher Bewohner von Steppengebieten war das Rebhuhn bis vor wenigen Jahrzehnten einer der typischen und sehr häufigen Brutvögel der offenen Agrarlandschaft. Hessen wurde überall außerhalb von Wald- und Siedlungsgebieten bis in die höheren Lagen der Mittelgebirge besiedelt. Als Folge der Intensivierung der Landwirtschaft sind die Vorkommen der Art aber überall massiv eingebrochen, europaweit weist das Rebhuhn mit 94 % Verlusten seit 1980 die stärksten Verluste unter den Landvögeln auf. Im Zuge dieser Entwicklung beschränkt sich das Vorkommen heute vor allem auf die klimatisch begünstigten Niederungsgebiete unter 300 m ü. NN. Geeignete Lebensräume müssen möglichst kleinräumig strukturiert sein und einen hohen Anteil an Brachen, Ackerrandstreifen oder Kräutersäumen aufweisen, in denen die Nester anlegen werden und die Vögel neben ausreichend Deckung auch eine ausreichende Nahrungsgrundlage vorfindet.
Wie häufig die Art früher war, zeigen die Jagdstrecken. So wurden allein in Hessen bis in die 1970er Jahre hinein alljährlich 20.000 bis 40.000, in einzelnen Jahren sogar bis über 100.000 Rebhühner erlegt. Dass auch die umfangreichen Jagdstrecken nicht zu einem Rückgang der Art führten, liegt in ihrem großen Reproduktionspotenzial begründet - geeignete Lebensräume vorausgesetzt, kann ein Paar in einer Jahresbrut mehr als 20 Jungvögel aufziehen. Seit den 1980er Jahren wurde die Art zudem kaum noch bejagt, inzwischen ist die Bejagung ganz eingestellt - der starke Bestandsrückgang geht somit fast ausschließlich auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurück. Da Rebhühner Standvögel sind und sich zudem meist sehr reviertreu verhalten, können sie über nahrungsreiche Ackerrandstreifen und die Etablierung von ausreichend großen Blühflächen sehr gut gefördert werden. Die gezielte Erfassung soll einen Grundstein für den erfolgreichen Schutz der Art in den kommenden Jahren in Hessen bilden.
Bitte unterstützen Sie daher unsere Bemühungen zum Schutz der Art durch Ihre gezielten Beobachtungen wie hier beschrieben.

Der Vergleich der beiden Karten mit den ornitho-Daten jeweils aus dem Jahr 2017 zeigt, wie schlecht es um das Rebhuhn auch bundesweit bestellt ist. Der an Gewässer gebundene Eisvogel wurde flächendeckend und sieben mal häufiger als das eigentlich überall abseits von Wald und Siedlungen als Brutvogel mögliche Rebhuhn gemeldet.

Rebhuhnmeldungen in ornitho 2017 (n = 4.120)

Rebhuhn_ornitho_2017

Eisvogelmeldungen in ornitho 2017 (n = 28.300)

Eisvogel_ornitho_2017